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Müllgebühren in der Nebenkostenabrechnung: Wie Sie überprüfen, ob die Umlage nach Personenzahl korrekt ist (inkl. BGH-Urteil zur gerechten Verteilung)

Los geht's! Müllgebühren in deiner Nebenkostenabrechnung: So checkst du die Personenzahl-Umlage Deine Nebenkostenabrechnung ist da und du fragst dich, ob die ...

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Müllgebühren in der Nebenkostenabrechnung: Wie Sie überprüfen, ob die Umlage nach Personenzahl korrekt ist (inkl. BGH-Urteil zur gerechten Verteilung)

Los geht's!

Müllgebühren in deiner Nebenkostenabrechnung: So checkst du die Personenzahl-Umlage

Deine Nebenkostenabrechnung ist da und du fragst dich, ob die Müllgebühren richtig berechnet wurden? Besonders die Umlage nach Personenzahl wirft oft Fragen auf. Keine Sorge, ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen und zu prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Denn gerade bei den Müllgebühren gibt es einige Stolperfallen, die du kennen solltest.

Was beinhalten die Müllgebühren überhaupt?

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz klären, was unter dem Posten "Müllgebühren" in deiner Nebenkostenabrechnung überhaupt abgerechnet wird. Typischerweise umfasst dies:

  • Die Kosten für die Leerung der Mülltonnen (Restmüll, Bio, Papier, Wertstoffe)
  • Die Bereitstellung der Mülltonnen selbst
  • Eventuelle Kosten für eine Sperrmüllabholung (sofern diese nicht individuell beauftragt wird)
  • Gebühren für die Müllverbrennung oder Deponierung
  • Manchmal auch Kosten für die Reinigung des Mülltonnenplatzes
All diese Kosten dürfen gemäß § 2 Betriebskostenverordnung (BetrKV) auf dich als Mieter umgelegt werden, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist.

Umlageschlüssel: Warum die Personenzahl oft verwendet wird

Der Umlageschlüssel legt fest, wie die Gesamtkosten eines Gebäudes auf die einzelnen Mieter verteilt werden. Bei den Müllgebühren ist die Umlage nach Personenzahl ein gängiger und oft auch praktischer Ansatz. Warum? Weil man davon ausgeht, dass mehr Personen im Haushalt auch mehr Müll verursachen.

Allerdings gibt es hier auch Grenzen. Es ist wichtig, dass die Umlage fair und nachvollziehbar ist. Einfach blind die Personenzahl zugrunde zu legen, ist nicht immer korrekt.

Das BGH-Urteil zur gerechten Verteilung: Was du wissen musst

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich in mehreren Urteilen mit der gerechten Verteilung von Nebenkosten, einschließlich der Müllgebühren, auseinandergesetzt. Im Kern geht es darum, dass der Vermieter eine gerechte und nachvollziehbare Methode zur Verteilung wählen muss.

Das bedeutet: Wenn es im Haus große Unterschiede im Müllaufkommen gibt (zum Beispiel, weil eine Familie mit kleinen Kindern deutlich mehr Windeln produziert als ein Single-Haushalt), muss der Vermieter dies berücksichtigen. Er darf sich dann nicht stur an die reine Personenzahl halten, sondern muss eventuell einen anderen, besser geeigneten Umlageschlüssel wählen.

Ein solcher anderer Umlageschlüssel könnte zum Beispiel die Wohnfläche sein, oder eine Kombination aus Wohnfläche und Personenzahl. Wichtig ist, dass der Vermieter seine Entscheidung begründen kann.

Leerstand und Müllgebühren: Wer zahlt für unbewohnte Wohnungen?

Ein wichtiger Punkt, den du bei der Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung beachten solltest, ist der Leerstand. Stehen Wohnungen im Haus leer, darf der Vermieter die Müllgebühren für diese Wohnungen nicht einfach auf die anderen Mieter umlegen. Er muss diese Kosten selbst tragen.

Achte also darauf, dass in der Abrechnung die tatsächliche Anzahl der Bewohner berücksichtigt wird und nicht die Gesamtzahl der Wohnungen.

Müllvolumen und individuelles Müllverhalten

Manchmal wird in Mietverträgen auch vereinbart, dass die Müllgebühren nach Müllvolumen abgerechnet werden. Das bedeutet, dass jede Wohnung einen eigenen Müllbehälter hat und die Gebühren sich nach der Größe und der Leerungshäufigkeit dieses Behälters richten. Das ist natürlich die fairste, aber auch aufwendigste Methode.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein individuelles Müllverhalten stark von dem der anderen Mieter abweicht (zum Beispiel, weil du sehr viel Wert auf Mülltrennung legst und dadurch weniger Restmüll produzierst), solltest du das Gespräch mit deinem Vermieter suchen. Vielleicht lässt sich eine individuelle Lösung finden.

Praxisbeispiel: So rechnest du nach

Nehmen wir an, die gesamten Müllgebühren für das Haus betragen 1.200 Euro. Im Haus wohnen insgesamt 20 Personen, verteilt auf 8 Wohnungen. Du wohnst mit deinem Partner in einer Wohnung.

  1. 1.Berechnung der Kosten pro Person: 1.200 Euro / 20 Personen = 60 Euro pro Person
  2. 2.Deine Kosten: 60 Euro pro Person * 2 Personen = 120 Euro
Prüfe, ob dieser Betrag in deiner Nebenkostenabrechnung aufgeführt ist. Wenn der Betrag deutlich höher ist, solltest du genauer hinschauen. Vielleicht wurde der Leerstand nicht berücksichtigt, oder es wurden falsche Personenzahlen angegeben.

Angenommen, der Vermieter hat fälschlicherweise 25 Personen in der Abrechnung berücksichtigt, obwohl tatsächlich nur 20 im Haus wohnen. Dann würde sich die Rechnung wie folgt ändern:

  1. 1.Falsche Berechnung der Kosten pro Person: 1.200 Euro / 25 Personen = 48 Euro pro Person
  2. 2.Falsche Berechnung deiner Kosten: 48 Euro pro Person * 2 Personen = 96 Euro
Obwohl die Kosten pro Person niedriger erscheinen, zahlst du letztendlich zu viel, da die Gesamtkosten auf eine höhere Personenzahl verteilt wurden, als tatsächlich vorhanden ist.

Tipps und Checkliste für deine Nebenkostenabrechnung

Hier eine kleine Checkliste, die dir bei der Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung hilft:

  • Mietvertrag prüfen: Ist die Umlage der Müllgebühren überhaupt vereinbart?
  • Umlageschlüssel prüfen: Ist der Umlageschlüssel (Personenzahl, Wohnfläche, etc.) im Mietvertrag festgelegt?
  • Personenzahlen prüfen: Stimmt die Anzahl der im Haus lebenden Personen? Gibt es Leerstand?
  • Abrechnung nachvollziehen: Sind die Kosten für die einzelnen Posten detailliert aufgeführt?
  • Belege einsehen: Hast du das Recht, die Originalbelege einzusehen? (Ja, hast du!)
  • Fristen beachten: Du hast in der Regel zwölf Monate Zeit, um deine Nebenkostenabrechnung zu prüfen und Einspruch zu erheben.
  • Gespräch suchen: Bei Unklarheiten: Sprich mit deinem Vermieter! Oft lassen sich Probleme im persönlichen Gespräch klären.

Fazit: Genau hinschauen lohnt sich!

Die Müllgebühren in deiner Nebenkostenabrechnung erscheinen vielleicht als kleiner Posten, aber auch hier kann sich eine genaue Prüfung lohnen. Achte auf den Umlageschlüssel, die korrekte Personenzahl und den Leerstand. Wenn du Unstimmigkeiten entdeckst, scheue dich nicht, deinen Vermieter darauf anzusprechen. Nur so kannst du sicherstellen, dass du nicht zu viel bezahlst.

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