Na, steht der Umzug vor der Tür und du fragst dich, was mit deiner Nebenkostenabrechnung passiert? Keine Sorge, das Thema ist zwar etwas trocken, aber ich helfe dir, den Durchblick zu behalten! Lass uns gemeinsam klären, welche Kosten du nach deinem Auszug wirklich zahlen musst und was mit deinen Vorauszahlungen geschieht.
Abrechnungszeitraum und dein Auszug: Was zählt?
Stell dir vor, du ziehst mitten im Jahr aus. Heißt das, du musst die kompletten Nebenkosten für das ganze Jahr berappen? Zum Glück nicht! Entscheidend ist der Abrechnungszeitraum, der in deinem Mietvertrag festgelegt ist. Meistens ist das ein Kalenderjahr, also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.
Dein Vermieter muss die Nebenkosten dann zeitanteilig berechnen. Das bedeutet, du zahlst nur für den Zeitraum, in dem du tatsächlich in der Wohnung gewohnt hast. Wenn du also am 30. Juni ausziehst, zahlst du nur für die ersten sechs Monate des Jahres.
Vorauszahlungen: Dein Geld ist nicht weg!
Während deiner Mietzeit hast du monatlich Nebenkosten-Vorauszahlungen geleistet. Diese Vorauszahlungen sind quasi eine Art "Anzahlung" auf deine tatsächlichen Nebenkosten. Nach deinem Auszug erstellt der Vermieter die Nebenkostenabrechnung und gleicht deine Vorauszahlungen mit den tatsächlich angefallenen Kosten ab.
Dabei gibt es drei mögliche Szenarien:
- •Du hast zu wenig bezahlt: In diesem Fall musst du eine Nachzahlung leisten.
- •Du hast zu viel bezahlt: Dann bekommst du eine Rückerstattung. Juhu!
- •Vorauszahlungen und tatsächliche Kosten sind gleich: Dann ist alles paletti und du musst nichts weiter tun.
Was passiert mit der Kaution?
Gute Frage! Die Kaution ist grundsätzlich erstmal nicht für die Begleichung von Nebenkostennachforderungen gedacht. Dein Vermieter darf die Kaution also nicht einfach einbehalten, um damit mögliche Nachzahlungen zu verrechnen.
Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn der Vermieter stichhaltige Gründe hat, anzunehmen, dass eine hohe Nachzahlung auf dich zukommt, darf er einen angemessenen Teil der Kaution zurückbehalten. Das dient dann als Sicherheit. Dieser Teil muss aber klar beziffert sein und in einem angemessenen Verhältnis zur erwarteten Nachzahlung stehen. Sobald die Nebenkostenabrechnung vorliegt und die tatsächliche Nachzahlung feststeht, muss der Vermieter den restlichen Teil der Kaution (ggf. inklusive Zinsen) unverzüglich an dich zurückzahlen.
Was, wenn die Abrechnung Fehler enthält?
Keine Panik! Du hast das Recht, die Nebenkostenabrechnung deines Vermieters zu prüfen und Einspruch einzulegen, wenn du Fehler entdeckst. Die Frist dafür beträgt in der Regel 12 Monate ab dem Zeitpunkt, an dem du die Abrechnung erhalten hast.
Tipps zur Prüfung:
- •Vergleiche die Abrechnung mit deinem Mietvertrag: Sind alle vereinbarten Nebenkostenpositionen aufgeführt?
- •Prüfe die Verteilerschlüssel: Sind die Kosten korrekt auf die einzelnen Mietparteien verteilt worden (z.B. nach Wohnfläche)?
- •Fordere Belege an: Du hast das Recht, Einsicht in die Originalbelege zu nehmen, um die Abrechnung nachzuvollziehen.
- •Lass dir helfen: Wenn du dir unsicher bist, wende dich an den Mieterverein oder einen Anwalt für Mietrecht.
Verjährung: Wann ist Schluss mit Zahlen?
Auch für Nebenkostennachforderungen gibt es eine Verjährungsfrist. Diese beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
Wenn dein Vermieter nach Ablauf dieser Frist noch Nachforderungen geltend macht, kannst du dich auf die Verjährung berufen und musst nicht mehr zahlen.
Checkliste für deinen Auszug: Nebenkosten im Blick
- •Mietvertrag prüfen: Was steht zum Abrechnungszeitraum drin?
- •Zählerstände notieren: Notiere dir die Zählerstände für Wasser, Strom und Heizung am Tag deines Auszugs und lass sie dir vom Vermieter oder einem Zeugen bestätigen.
- •Vorauszahlungen im Blick behalten: Bewahre deine Kontoauszüge auf.
- •Abrechnung prüfen: Sobald die Nebenkostenabrechnung kommt, prüfe sie sorgfältig.
- •Fristen beachten: Achte auf die Fristen für die Prüfung der Abrechnung und für die Verjährung von Nachforderungen.
Fazit: Gut vorbereitet ist halb gewonnen
Du siehst, das Thema Nebenkostenabrechnung beim Auszug ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Wenn du die wichtigsten Punkte kennst und deine Rechte wahrnimmst, bist du bestens gerüstet. Lass dich nicht verunsichern, prüfe die Abrechnung sorgfältig und scheue dich nicht, Fragen zu stellen. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und den richtigen Informationen kannst du sicherstellen, dass du nur das zahlst, was du auch wirklich schuldig bist. Viel Erfolg beim Umzug!
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