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Doppelte Kosten in der Nebenkostenabrechnung: So entlarven Sie versteckte Gebühren und fordern Ihr Geld zurück!

Na, auch schon mal die Nebenkostenabrechnung bekommen und gedacht: "Hä? Was soll das denn jetzt schon wieder sein?!" Keine Sorge, das geht vielen so! Und noch schlimmer: Manchmal schleichen sich da ec...

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5 Min. Lesezeit
Doppelte Kosten in der Nebenkostenabrechnung: So entlarven Sie versteckte Gebühren und fordern Ihr Geld zurück!

Na, auch schon mal die Nebenkostenabrechnung bekommen und gedacht: "Hä? Was soll das denn jetzt schon wieder sein?!" Keine Sorge, das geht vielen so! Und noch schlimmer: Manchmal schleichen sich da echt fiese Fehler ein, die dich unnötig Geld kosten. Einer der häufigsten Übeltäter: doppelte Kosten. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diese versteckten Gebühren entlarvst und dein Geld zurückfordern kannst!

Was sind doppelte Kosten überhaupt?

Stell dir vor, dein Vermieter berechnet dir die Gartenpflege einmal unter "Gartenpflege" und dann nochmal versteckt in den "Hausmeisterkosten". Das ist ein typisches Beispiel für doppelte Kosten. Im Grunde geht es darum, dass dir Kostenpositionen mehrmals in Rechnung gestellt werden, obwohl sie nur einmal angefallen sind. Das kann absichtlich oder unabsichtlich passieren, aber für dich ist es in jedem Fall ärgerlich, weil es deine Nebenkosten unnötig erhöht.

Wo lauern die doppelten Kosten? Die typischen Verdächtigen

Doppelte Kosten können sich in verschiedenen Bereichen deiner Nebenkostenabrechnung verstecken. Hier sind ein paar der häufigsten Verdächtigen:

  • Hausmeisterkosten: Hier werden gerne Kosten für Tätigkeiten versteckt, die eigentlich schon in anderen Positionen enthalten sind. Achte darauf, ob der Hausmeister beispielsweise die Gartenpflege übernimmt, die aber auch separat abgerechnet wird.
  • Gartenpflege: Wie schon erwähnt, ist die Gartenpflege ein Klassiker. Überprüfe genau, welche Tätigkeiten hier abgerechnet werden und ob diese nicht schon durch den Hausmeister oder andere Dienstleister abgedeckt sind.
  • Versicherungen: Werden dir mehrere Gebäudeversicherungen berechnet, obwohl es sich um dasselbe Gebäude handelt? Das wäre ein klarer Fall von doppelter Kostenberechnung.
  • Verwaltungskosten: Hier ist es wichtig zu wissen, dass Verwaltungskosten grundsätzlich NICHT auf Mieter umgelegt werden dürfen. Manchmal versuchen Vermieter, diese Kosten unter anderen Bezeichnungen (z.B. "sonstige Kosten") zu verstecken.
  • Reparaturen: Hier kann es vorkommen, dass dir Kleinreparaturen in Rechnung gestellt werden, obwohl dein Mietvertrag eine Klausel enthält, die besagt, dass du nur für Reparaturen bis zu einem bestimmten Betrag aufkommen musst.
  • Kosten für Wartung und Reparatur von Aufzügen: Hier wird gern geschummelt, indem einmal die reine Wartung und zusätzlich noch "allgemeine Instandhaltung des Aufzugs" abgerechnet wird. Dies ist in der Regel unzulässig, da die Instandhaltung bereits in der Wartung enthalten ist.

So entlarvst du die versteckten Gebühren: Deine Detektivarbeit

Jetzt wird es spannend! So gehst du Schritt für Schritt vor, um doppelte Kosten in deiner Nebenkostenabrechnung zu finden:

  1. 1.Fordere die Originalbelege an: Das ist dein wichtigstes Recht! Du hast das Recht, alle Belege einzusehen, die deiner Nebenkostenabrechnung zugrunde liegen. Nur so kannst du die einzelnen Kostenpositionen wirklich nachvollziehen.
  2. 2.Vergleiche die Abrechnungen der Vorjahre: Fallen dir plötzliche, unerklärliche Kostensteigerungen auf? Das könnte ein Hinweis auf doppelte Kosten oder andere Fehler sein.
  3. 3.Achte auf unklare oder schwammige Formulierungen: Begriffe wie "sonstige Kosten" oder "allgemeine Instandhaltung" sollten dich stutzig machen. Frage hier unbedingt nach, was genau sich dahinter verbirgt.
  4. 4.Vergleiche die Leistungsbeschreibungen: Sind die Leistungsbeschreibungen von verschiedenen Dienstleistern ähnlich oder sogar identisch? Das könnte bedeuten, dass du für die gleiche Leistung doppelt zahlst.
  5. 5.Nutze Online-Rechner und Vergleichsportale: Es gibt viele Online-Rechner, mit denen du die Angemessenheit einzelner Kostenpositionen überprüfen kannst. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob die Preise in deiner Abrechnung im Rahmen liegen.
  6. 6.Prüfe, ob die Kosten umlagefähig sind: Nicht alle Kosten dürfen auf Mieter umgelegt werden. Verwaltungskosten, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum oder Leerstandskosten sind beispielsweise nicht umlagefähig.
⚠️
WichtigNimm dir Zeit für die Prüfung! Eine Nebenkostenabrechnung ist oft komplex und erfordert genaues Hinsehen.

Was tun, wenn du doppelte Kosten entdeckt hast? Dein Widerspruch

Du hast doppelte Kosten entdeckt? Dann ist es Zeit für den Widerspruch! Hier ist, wie du vorgehst:

  1. 1.Frist beachten: Du hast in der Regel zwölf Monate Zeit, um Widerspruch gegen deine Nebenkostenabrechnung einzulegen. Diese Frist beginnt mit dem Zugang der Abrechnung.
  2. 2.Schriftlicher Widerspruch: Dein Widerspruch muss schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben mit Rückschein. So hast du einen Nachweis, dass dein Widerspruch fristgerecht eingegangen ist.
  3. 3.Begründung: Begründe deinen Widerspruch ausführlich und lege Beweise bei (z.B. Kopien der Originalbelege, Vergleichsangebote). Erkläre genau, welche Kosten du für doppelt hältst und warum.
  4. 4.Zahlung unter Vorbehalt: Zahle die Nebenkostenabrechnung zunächst, aber erkläre gleichzeitig schriftlich, dass du die Zahlung unter Vorbehalt leistest. So vermeidest du Mahnungen und Inkassoverfahren.
  5. 5.Fristsetzung: Setze deinem Vermieter eine angemessene Frist zur Klärung der Angelegenheit (z.B. zwei bis vier Wochen).
  6. 6.Rechtliche Beratung: Wenn dein Vermieter sich querstellt oder du dir unsicher bist, solltest du dir rechtlichen Rat bei einem Mieterverein oder einem Anwalt für Mietrecht holen.
BGH-Urteil im Hinterkopf behalten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen klargestellt, dass Vermieter verpflichtet sind, Nebenkostenabrechnungen transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Das bedeutet, dass du als Mieter ein Recht darauf hast, zu erfahren, wie sich die einzelnen Kostenpositionen zusammensetzen.

Fehlerhafte Abrechnung: Muss ich trotzdem zahlen?

Auch wenn deine Abrechnung Fehler enthält, bist du zunächst einmal verpflichtet, den geforderten Betrag zu zahlen. Allerdings eben unter Vorbehalt. Diesen Vorbehalt musst du deinem Vermieter schriftlich mitteilen. Später kannst du dann das zu viel gezahlte Geld zurückfordern.

Fazit: Nebenkostenabrechnung prüfen lohnt sich!

Doppelte Kosten in der Nebenkostenabrechnung sind ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit ein bisschen Detektivarbeit, dem Recht auf Belegeinsicht und einem gut begründeten Widerspruch kannst du dich gegen versteckte Gebühren wehren und dein Geld zurückfordern. Scheue dich nicht, deine Rechte als Mieter wahrzunehmen und im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn am Ende des Tages geht es um dein hart verdientes Geld! Und denk dran: Prüfen ist besser als zahlen!

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