Kostenarten

Nebenkostenabrechnung: Wasserschaden durch Nachbar – Wer zahlt was und wie mindere ich meine Kosten?

Mist! Die Nebenkostenabrechnung ist da und du entdeckst eine Position, die dir Bauchschmerzen bereitet: Wasserschaden! Und das Schlimmste: Er wurde durch deinen Nachbarn verursacht. Jetzt fragst du di...

Mister Check
5 Min. Lesezeit
Nebenkostenabrechnung: Wasserschaden durch Nachbar – Wer zahlt was und wie mindere ich meine Kosten?

Mist! Die Nebenkostenabrechnung ist da und du entdeckst eine Position, die dir Bauchschmerzen bereitet: Wasserschaden! Und das Schlimmste: Er wurde durch deinen Nachbarn verursacht. Jetzt fragst du dich natürlich: Muss ich das bezahlen? Was kann ich tun, um meine Kosten zu senken? Keine Panik, ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen!

Wasserschaden durch den Nachbarn – Was bedeutet das für deine Nebenkostenabrechnung?

Zunächst einmal: Ein Wasserschaden in deinem Haus, der durch einen Nachbarn verursacht wurde, ist erstmal ärgerlich, aber nicht automatisch dein Problem in der Nebenkostenabrechnung. Grundsätzlich gilt: Du zahlst nur für die Kosten, die durch deinen eigenen Verbrauch oder durch gemeinschaftliche Anlagen entstanden sind.

Wenn der Wasserschaden jedoch Auswirkungen auf gemeinschaftliche Kosten hat, wie beispielsweise erhöhte Heizkosten zum Trocknen der betroffenen Bereiche im Haus, dann kann es komplizierter werden. Aber keine Sorge, auch hier gibt es Möglichkeiten, deine Kosten zu minimieren.

Welche Kostenarten sind betroffen?

Es ist wichtig zu verstehen, welche Kostenarten in deiner Nebenkostenabrechnung überhaupt von einem Wasserschaden betroffen sein könnten:

  • Wasserkosten: Hier zahlst du normalerweise nur deinen eigenen Verbrauch. Wenn der Wasserschaden durch ein defektes Rohr in der gemeinsamen Wasserleitung entstanden ist, kann es sein, dass ein Teil der Kosten auf alle Mieter umgelegt wird. Aber auch hier gilt: Verursacht der Nachbar den Schaden durch eigenes Verschulden (z.B. vergessener, laufender Wasserhahn), dann muss er dafür aufkommen.
  • Heizkosten: Wenn durch den Wasserschaden feuchte Bereiche im Haus getrocknet werden mussten, können die Heizkosten steigen. Hier ist es wichtig zu prüfen, ob diese Kosten korrekt aufgeteilt wurden und ob der Verursacher des Schadens einen angemessenen Anteil trägt.
  • Gebäudeversicherung: Die Gebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden durch Leitungswasser ab. Die Kosten für die Versicherung selbst sind umlagefähig auf die Mieter. Steigt aber die Versicherungsprämie aufgrund des Schadens, muss geprüft werden, ob der Verursacher für diese Erhöhung aufkommen muss.
  • Reparaturkosten: Die Reparaturkosten selbst sind in der Regel nicht direkt in der Nebenkostenabrechnung enthalten, da sie üblicherweise vom Vermieter über die Gebäudeversicherung oder separat abgerechnet werden. Jedoch kann es indirekte Auswirkungen geben, wie oben beschrieben (z.B. erhöhte Heizkosten durch Trocknung).

Was kannst du konkret tun? – Deine Checkliste für die Nebenkostenabrechnung

  1. 1.Prüfe die Nebenkostenabrechnung genau: Sind die Kostenpositionen klar und nachvollziehbar aufgeschlüsselt? Gibt es Positionen, die im Zusammenhang mit dem Wasserschaden stehen könnten (z.B. erhöhte Wasserkosten, Heizkosten)?
  2. 2.Fordere Belege an: Du hast das Recht, alle Belege zur Nebenkostenabrechnung einzusehen. Insbesondere Rechnungen für Reparaturen, Gutachten und eventuelle Versicherungsleistungen sind hier interessant.
  3. 3.Kontaktiere deinen Vermieter: Sprich mit deinem Vermieter über den Wasserschaden und seine Auswirkungen auf deine Nebenkostenabrechnung. Frage nach, wie die Kosten aufgeteilt wurden und welche Rolle die Versicherung spielt.
  4. 4.Kontaktiere den Nachbarn: Sprich (freundlich!) mit dem Nachbarn, der den Schaden verursacht hat. Vielleicht gibt es eine private Haftpflichtversicherung, die für die entstandenen Kosten aufkommen kann.
  5. 5.Prüfe die Umlageschlüssel: Sind die Umlageschlüssel für die einzelnen Kostenarten korrekt angewendet worden? Gerade bei Heizkosten kann es wichtig sein, dass die Kosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden, um sicherzustellen, dass du nicht für den erhöhten Verbrauch durch die Trocknung aufkommen musst.
  6. 6.Führe ein Protokoll: Dokumentiere alle Gespräche mit dem Vermieter, dem Nachbarn und der Versicherung. Notiere dir die wichtigsten Punkte und Vereinbarungen.
  7. 7.Lass dich beraten: Wenn du dir unsicher bist, ob die Nebenkostenabrechnung korrekt ist, wende dich an einen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt. Eine erste Einschätzung ist oft kostenlos und kann dir helfen, deine Rechte zu verstehen.

Besonderheiten bei Heizkosten

Gerade bei den Heizkosten ist es wichtig, genau hinzuschauen. Wenn durch den Wasserschaden übermäßig viel geheizt werden musste, um die betroffenen Bereiche zu trocknen, solltest du darauf achten, dass die Kosten nicht einfach pauschal auf alle Mieter umgelegt werden.

Hier kommt das Verursacherprinzip ins Spiel. Wenn der Nachbar den Wasserschaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht hat, kann er unter Umständen für die erhöhten Heizkosten verantwortlich gemacht werden. Dein Vermieter muss dann prüfen, ob er diese Kosten dem Nachbarn in Rechnung stellen kann.

⚠️
WichtigLaut BGH (Urteil vom 12. März 2008, Az. VIII ZR 71/07) muss der Vermieter nachvollziehbar darlegen, wie die Heizkosten aufgeteilt wurden und warum die Kosten für die Trocknung nicht dem Verursacher angelastet werden können.

Mietminderung – Dein Recht bei Beeinträchtigungen

Wenn der Wasserschaden deine Wohnung beeinträchtigt hat (z.B. durch Feuchtigkeit, Geruchsbelästigung oder eingeschränkte Nutzbarkeit von Räumen), hast du unter Umständen das Recht auf eine Mietminderung. Die Höhe der Mietminderung hängt vom Grad der Beeinträchtigung ab. Dokumentiere die Schäden am besten mit Fotos und informiere deinen Vermieter schriftlich über die Mängel und deine Forderung nach Mietminderung.

Fazit: Bleib am Ball und informiere dich!

Ein Wasserschaden durch den Nachbarn ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit einer genauen Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung, offenen Gesprächen mit deinem Vermieter und dem Nachbarn sowie einer guten Dokumentation hast du gute Chancen, deine Kosten zu minimieren und deine Rechte zu wahren. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du dir unsicher bist. Viel Erfolg!

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