Klar, hier ist dein Ratgeber-Artikel zum Thema hohe Wasserkosten in der Nebenkostenabrechnung:
Manchmal kommt die Nebenkostenabrechnung und du denkst: "Wow, die Wasserkosten sind ja explodiert!" Du bist nicht allein. Viele Mieter erleben das und fragen sich, was da los ist. Keine Panik! Wir gehen der Sache auf den Grund und schauen, was du tun kannst, wenn dir die Wasserkosten spanisch vorkommen.
Hohe Wasserkosten? Erstmal tief durchatmen!
Es gibt viele Gründe, warum deine Wasserkosten höher sein könnten als im Vorjahr. Bevor du aber gleich den Vermieter anrufst und ihm Lecks und Betrug vorwirfst, solltest du ein paar Dinge checken. Denk dran: Ruhig bleiben hilft, einen klaren Kopf zu bewahren!
Ursachenforschung: Wo ist das Wasser hin?
Hier sind ein paar typische Verdächtige, die zu hohen Wasserkosten führen können:
- •Verändertes Nutzungsverhalten: Hast du vielleicht öfter Besuch gehabt? Häufiger gebadet statt geduscht? Einen Pool im Garten befüllt (Achtung, das ist meistens nicht erlaubt!)? Eine neue Waschmaschine, die mehr Wasser verbraucht? Denk über die letzten Monate nach. Manchmal liegt die Lösung ganz einfach in deinen eigenen Gewohnheiten.
- •Mehr Personen im Haushalt: Ist jemand bei dir eingezogen? Oder hat sich Familienzuwachs angekündigt? Mehr Bewohner bedeuten natürlich auch mehr Wasserverbrauch.
- •Undichte Toilettenspülung: Das ist ein Klassiker! Eine tropfende oder durchlaufende Toilettenspülung kann im Laufe eines Jahres richtig viel Wasser verschwenden. Überprüfe das genau! Hörst du ein leises Rauschen, obwohl die Toilette nicht benutzt wird? Dann ist das ein Warnsignal.
- •Tropfende Wasserhähne: Auch wenn es nur ein paar Tropfen sind, summiert sich das im Laufe der Zeit. Kontrolliere alle Wasserhähne in deiner Wohnung und repariere tropfende Hähne sofort.
- •Gartenbewässerung: Hast du einen Garten, der regelmäßig bewässert werden muss? Dann kann das auch einiges an Wasser verbrauchen.
- •Defekter Wasserzähler: Das ist zwar selten, aber nicht unmöglich. Ein defekter Zähler kann falsche Werte anzeigen.
Konkrete Tipps zur Überprüfung
Bevor du dich beim Vermieter beschwerst, solltest du folgende Schritte unternehmen:
- 1.Vergleich mit Vorjahresabrechnungen: Sind die Wasserkosten wirklich so viel höher als in den Vorjahren? Vergleiche die Verbrauchswerte und schau, ob es eine auffällige Steigerung gibt.
- 2.Eigene Verbrauchswerte notieren: Notiere dir über einen bestimmten Zeitraum (z.B. eine Woche) deinen Wasserverbrauch und vergleiche ihn mit dem Verbrauch aus der Abrechnung. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob die Werte plausibel sind.
- 3.Wasserzähler überprüfen: Schau dir den Wasserzähler genau an. Ist er geeicht? Das Eichdatum muss noch gültig sein. Ist er beschädigt? Gibt es Anzeichen für Manipulationen?
- 4.Sichtprüfung auf Lecks: Untersuche alle sichtbaren Wasserleitungen und Anschlüsse in deiner Wohnung auf Feuchtigkeit oder Tropfen.
- 5.Geräuschtest: Dreh alle Wasserhähne zu und lausche, ob du irgendwo ein Rauschen oder Tropfen hörst. Besonders die Toilettenspülung ist ein beliebter Übeltäter.
Verdacht auf versteckte Lecks oder defekten Zähler – was tun?
Wenn du alle oben genannten Punkte gecheckt hast und immer noch das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, solltest du dich an deinen Vermieter wenden. Schildere ihm deine Beobachtungen und deinen Verdacht.
Sollte sich der Verdacht auf eine versteckte Leckage erhärten, wird es kompliziert. Eine versteckte Leckage ist ein Leck, das nicht ohne Weiteres sichtbar ist, z.B. in einer Wand oder unter dem Fußboden.
Beweislast: Hier kommt ein wichtiges BGH-Urteil (Az. VIII ZR 219/17) ins Spiel. Grundsätzlich gilt: Du musst als Mieter beweisen, dass die hohen Wasserkosten auf eine versteckte Leckage zurückzuführen sind, für die du nicht verantwortlich bist. Das bedeutet, du musst nachweisen, dass die Leckage bereits vorlag und du sie nicht verursacht hast. Das kann schwierig sein!
Was kannst du tun?
- •Dokumentiere alles: Notiere dir alle deine Beobachtungen, Daten und Gespräche mit dem Vermieter.
- •Hol dir einen Fachmann: Ein Sanitärinstallateur kann eine Druckprüfung durchführen und feststellen, ob es ein Leck gibt. Die Kosten für den Installateur musst du in der Regel erstmal selbst tragen. Wenn sich herausstellt, dass es tatsächlich ein verstecktes Leck gab, kannst du versuchen, die Kosten vom Vermieter zurückzufordern.
- •Rechtlichen Rat einholen: Ein Mieterverein oder ein Anwalt für Mietrecht kann dich beraten, wie du in deinem konkreten Fall am besten vorgehst.
Der Vermieter reagiert nicht?
Wenn dein Vermieter nicht auf deine Beschwerden reagiert oder sich weigert, die Ursache der hohen Wasserkosten zu untersuchen, solltest du dich rechtlich beraten lassen. Du hast als Mieter das Recht auf eine korrekte Nebenkostenabrechnung und auf die Beseitigung von Mängeln in der Wohnung.
Eichpflicht von Wasserzählern
Ein wichtiger Punkt ist die Eichpflicht von Wasserzählern. Wasserzähler müssen regelmäßig geeicht werden, um sicherzustellen, dass sie korrekte Werte anzeigen. Die Eichfrist beträgt in Deutschland sechs Jahre für Kaltwasserzähler und fünf Jahre für Warmwasserzähler.
Wenn der Wasserzähler nicht geeicht ist oder die Eichfrist abgelaufen ist, ist die Abrechnung fehlerhaft und du musst die Wasserkosten nicht bezahlen.
Achte also darauf, dass der Wasserzähler in deiner Wohnung ordnungsgemäß geeicht ist!
Fazit: Gut vorbereitet bist du halb gewonnen!
Hohe Wasserkosten in der Nebenkostenabrechnung sind ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, dass du systematisch vorgehst, die möglichen Ursachen überprüfst und dich bei Bedarf rechtlich beraten lässt. Scheue dich nicht, deine Rechte als Mieter wahrzunehmen! Mit etwas detektivischem Spürsinn und Hartnäckigkeit kannst du das Problem lösen und sicherstellen, dass du nicht zu viel für dein Wasser bezahlst. Und denk dran: Ein offenes Gespräch mit deinem Vermieter kann oft schon Wunder wirken! Viel Erfolg bei der Ursachenforschung!
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