Na, auch wieder so ein Brief im Kasten, der dich nervt? Die Nebenkostenabrechnung ist da! Und wie jedes Jahr fragst du dich, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Eines deiner wichtigsten Rechte ist die Belegeinsicht. Aber was bedeutet das eigentlich genau und was musst du dabei beachten? Lass uns das mal genauer anschauen!
Belegeinsicht: Dein gutes Recht!
Du hast das Recht, die Originalbelege zu deiner Nebenkostenabrechnung einzusehen. Das ist kein Geheimnis und auch keine Gefälligkeit deines Vermieters – es ist gesetzlich verankert. Stell dir vor, du bekommst eine Rechnung für eine Reparatur im Hausflur, die dir komisch vorkommt. Durch die Belegeinsicht kannst du überprüfen, ob die Rechnung überhaupt existiert, ob der Betrag stimmt und ob die Reparatur wirklich durchgeführt wurde.
Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: Fehler passieren! Und manchmal sind sie zu deinen Ungunsten. Durch die Belegeinsicht kannst du Unstimmigkeiten aufdecken und deine Nebenkostenabrechnung gegebenenfalls korrigieren lassen.
Wie beantragst du die Belegeinsicht?
Am besten beantragst du die Belegeinsicht schriftlich bei deinem Vermieter. Ein kurzes formloses Schreiben reicht völlig aus. Darin solltest du Folgendes angeben:
- •Deinen Namen und deine Adresse
- •Die Adresse des Mietobjekts
- •Den Zeitraum der Nebenkostenabrechnung, um die es geht
- •Den Wunsch nach Einsicht in die Originalbelege
- •Dein Vorschlag für einen Termin zur Einsicht
Wo findet die Belegeinsicht statt?
Grundsätzlich muss dein Vermieter dir die Belege dort vorlegen, wo er sie üblicherweise verwahrt. Das ist in der Regel in seinen Geschäftsräumen oder in der Hausverwaltung. Laut einem Urteil des BGH (Az. VIII ZR 78/05) bist du nicht verpflichtet, die Belegeinsicht in der Wohnung des Vermieters zu nehmen. Das kann er dir nicht aufdrängen!
Ausnahme: Wenn die Geschäftsräume des Vermieters sehr weit entfernt sind (z.B. in einer anderen Stadt), kann er dir die Belege auch in der Nähe deiner Wohnung vorlegen.
Was darfst du bei der Belegeinsicht tun?
Während der Belegeinsicht hast du das Recht, die Originalbelege einzusehen und zu prüfen. Du darfst dir Notizen machen und die Belege sogar fotografieren, um sie später in Ruhe zu prüfen.
Was, wenn der Vermieter die Belegeinsicht verweigert?
Dein Vermieter kann die Belegeinsicht nicht einfach verweigern. Tut er es doch, solltest du ihm zunächst schriftlich eine Mahnung schicken und ihm eine letzte Frist setzen. Bleibt er weiterhin stur, kannst du rechtliche Schritte in Erwägung ziehen.
Was, wenn die Belege unvollständig sind?
Manchmal stellt sich heraus, dass nicht alle Belege vorhanden sind oder dass die Belege unleserlich sind. In diesem Fall hast du das Recht, deinen Vermieter aufzufordern, die fehlenden Belege nachzureichen oder die unleserlichen Belege zu ersetzen.
Worauf solltest du bei der Belegeinsicht achten?
Hier sind ein paar Punkte, auf die du bei der Belegeinsicht besonders achten solltest:
- •Stimmen die Rechnungsbeträge mit den Angaben in der Nebenkostenabrechnung überein?
- •Sind die Rechnungen nachvollziehbar und detailliert aufgeschlüsselt?
- •Sind die Rechnungen an den Vermieter adressiert?
- •Sind die Rechnungen für den Abrechnungszeitraum gültig?
- •Gibt es Rechnungen für Kosten, die nicht umlagefähig sind (z.B. Reparaturen am Dach)?
- •Wurden die Kosten korrekt auf die Mieter verteilt (z.B. nach Wohnfläche oder Personenanzahl)?
Die Kosten der Belegeinsicht
Die Belegeinsicht selbst ist für dich kostenlos. Dein Vermieter darf dir dafür keine Gebühren berechnen. Allerdings musst du die Kosten für Kopien oder Fotos der Belege selbst tragen.
Aber Achtung: Du kannst deinem Vermieter anbieten, die Kopien selbst zu erstellen (z.B. mit deinem Handy). Wenn dein Vermieter die Kopien anfertigt, kann er dir dafür eine angemessene Gebühr berechnen.
Was, wenn du Fehler gefunden hast?
Wenn du bei der Belegeinsicht Fehler in der Nebenkostenabrechnung entdeckt hast, solltest du deinem Vermieter schriftlich widersprechen. Erkläre genau, welche Fehler du gefunden hast und warum du der Meinung bist, dass die Abrechnung falsch ist.
Fazit: Dein Recht auf Transparenz!
Die Belegeinsicht ist ein wichtiges Instrument, um die Nebenkostenabrechnung zu überprüfen und sicherzustellen, dass du nicht zu viel bezahlst. Nutze dein Recht! Scheue dich nicht, die Belege einzusehen und kritisch zu prüfen. Wenn du unsicher bist, hole dir Hilfe bei einem Mieterverein oder einem Anwalt. So stellst du sicher, dass deine Nebenkostenabrechnung fair und korrekt ist! Und denk dran: Transparenz ist der Schlüssel zu einem guten Verhältnis zwischen dir und deinem Vermieter.
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